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Über Escher

Das leben des M.C. Escher

M.C. Escher wurde am 17 Juni 1898 als fünfter Sohn in zweiter Ehe von George Escher und Sarah Gleichmann geboren. Eschers Vater schreibt, dass die Geburt von M.C. Escher ein kleiner Zufall war: seine Frau wollte eigentlich am liebsten noch eine Tochter. Der Name Maurits Cornelis stammt von einem Onkel seiner Mutter, und als er klein war, wurde er von der Familie Maukie und später Mauk genannt. Dieser Spitzname wurde später auch von seinen Freunden gebraucht.

Eschers Vater, George Arnold Escher, war ein Wasserbauingenieur und einer der acht niederländischen „Wassermänner“, die von 1873 bis 1878 nach Einladung des Kaisers in Japan arbeiteten. Nachdem er in die Niederlande zurückgekehrt war, wird er 1890 Hauptingenieur zweiter Klasse bei Rijks Waterstaat in Leeuwarden. Für seine Familie mietet er den Prinsessehof und hat sein Büro im Hause.

Jugend

1903 zieht die Familie nach Arnheim. Mauk erlebt eine schöne Jugend, wird aber oft von Krankheiten geplagt. Um wieder zu Kräften zu kommen, verbrachte er 1905, als er sieben Jahre alt war, eine längere Zeit allein in einem Rehabilitationszentrum für Kinder in Zandvoort. Wie die anderen Söhne erhielt Escher ein umfassende Erziehung mit Werkunterricht und Klavierstunden. Auf dem Flachdach des Hauses stand ein Fernglas, mit dem sein Vater und er regelmäßig den nächtlichen Himmel beobachteten. Zeichnen und Malen waren schon früh seine echte Leidenschaft.

Trotz des Altersunterschieds hatten Mauk Escher und seine Brüder ein gutes Verhältnis. Für die Silberhochzeit der Eltern entwarf er 1917 das gemeinsame Geschenk der Söhne: eine Silberschüssel, die von einem Silberschmied in Arnheim hergestellt wurde. Escher ist dann gerade 19 Jahre alt.

Das Verhältnis mit den Brüdern bleibt eng. Später informiert ihn sein Bruder Berend, Professor für Geologie und späterer Rektor der Universität von Leiden, über die neueste Fachliteratur auf dem Gebiet der Kristallographie. Ab 1912 besucht M.C. Escher die Oberschule in Arnheim und lernt hier lebenslange Freunde kennen: Roosje Ingen Housz, Bas Kist, Jan van der Does Willebois und dessen Schwester Fiet.

Die Schule interessiert Escher nicht, er bleibt in der zweiten Klasse sitzen und besteht 1918 das Endexamen nicht. Durch Beziehungen seines Vaters wird er trotzdem bei der Technischen Universität in Delft angenommen, und seine Eltern hofften, dass er Architekt werden würde. Sie wollten, dass er einen „echten Beruf“ erlernen sollte und willigten nicht ein, dass Mauk Künstler werden wollte. Im Februar 1919 besucht Escher Richard Roland Holst, einen bildenden Künstler und Dozent an der Rijks Academie in Amsterdam, der ihm rät, mit Holz zu arbeiten.

Ausbildung

Als Kompromiss mit seinen Eltern beginnt Maurits Cornelis Escher im September 1919 ein Studium an der „School der Maatschappij voor Bouwkunde, Versierende Kunsten en Kunstambachten“ in Haarlem. Er schreibt sich bei der Abteilung Architektur ein, zeigt aber bereits in der ersten Woche dem Lehrer für graphische Kunst, Samuel Jessurun de Mesquita, seine Arbeiten, der ihm rät, sein Studium an der graphischen Abteilung fortzusetzen. Der Direktor der Schule, H.C. Verkruysen, ist einverstanden. Nach einem Gespräch mit Jessurun de Mesquita geben seine Eltern nach: Mauk darf Grafiker werden.

Ein Einwand, den Eschers Vater gegen die Berufswahl seines Sohnes hatte, war die Vermutung, dass er später seinen Lebensunterhalt nicht verdienen könne. Das traf nach der Ausbildung auch zu. Die Eltern von M.C. Escher – und nach seiner Hochzeit 1924 auch die Schwiegereltern – unterstützten die junge Familie. Vater Escher half seinen Söhnen, wenn es nötig war, und in dem Sinne ist seine Unterstützung des Sohnes Mauk nicht außergewöhnlich.

Escher verdiente immer Geld mit dem Verkauf seiner Drucke, auch vor seinem internationalen Durchbruch nach dem Zweiten Weltkrieg. Es war aber nicht genug, um eine Familie unterhalten zu können. Er bekam regelmäßig Aufträge, u.a. 1940-41 Intarsien für ein hölzernes Paneel im restaurierten Rathaus von Leiden, Briefmarken und Ex-Libris. Er illustrierte Bücher von Freunden oder im Auftrag anderer, und die niederländische Regierung beauftragte Escher 1938, Holzschnitte über die Stadt Delft herzustellen (Lnr N399 und 311 bis 319). Escher hatte regelmäßig Ausstellungen in den Niederlanden und Italien (siehe Ausstellungsliste), die positiv empfangen wurden.

Reisen und Ehe

Nach seiner Schulzeit in Haarlem unternimmt Escher einige lange Reisen nach Italien und 1923 nach Spanien. Dort sieht er zum ersten Mal das Alhambra in Granada mit den maurischen Kacheln mit durchgehenden Verzierungen. In der italienischen Stadt Ravello lernt Escher 1923 die Familie Umiker aus der Schweiz kennen und verliebt sich in die jüngste Tochter Jetta. In den folgenden Jahren besteht ein reger Kontakt zwischen beiden Familien, und am 12. Juni 1924 wird die Hochzeit in Anwesenheit aller Eltern in Viarèggio gefeiert.

Im Sommer 1925 beziehen Escher und Jetta ihr Appartement in Rom. In jedem Frühling macht Escher eine lange Reise durch einen anderen Teil des Landes: Kalabrien, Sizilien, die Abruzzen und die Küste bei Neapel. Aber er besucht 1928 und 1933 auch Korsika. 1926 und 1928 werden die Söhne George und Arthur geboren, und 1938, als die Eschers in Ukkel bei Brüssel wohnen, kommt Sohn Jan zur Welt. Auch nach seiner Ehe macht Escher immer noch seine Reisen durch Italien, aber auch nach Nordafrika und Spanien. Manchmal fährt Jetta mit.

Ausstellungen

Im Februar 1924 hat Escher bei dem Kunsthandel Zonnebloem in Den Haag seine erste Ausstellung in den Niederlanden. In der Ausgabe vom Juni 1924 bekommen seine Arbeiten gute Kritiken in Elseviers Maandblad. Am 14. Juli 1926 sind Eschers auf Besuch in Den Haag bei den Eltern, und Escher beginnt mit seiner ersten Lithographie. Danach nimmt er den Stein mit nach Rom, um dort weiter zu arbeiten.

In den folgenden Jahren stellt er regelmäßig in Italien und den Niederlanden aus, u.a. bei Pulchri in Den Haag, in Amsterdam, Leeuwarden und Utrecht, aber auch in Rom. Ein Druck einer italienischen Landschaft gewinnt 1934 sogar einen dritten Pries bei der “Exposition of contemporary Prints” im Art Institute Chicago.

Umzüge

Am 4. Juli zieht die Familie von Rom in die Schweiz, da bei Arthur Tuberkulose festgestellt wurde. Zuerst entschied sich die Familie für die Schweiz, aber 1937 zieht sie nach Ukkel bei Brüssel und lässt sich schließlich 1941 in Baarn nieder. 1955 zieht Escher noch einmal innerhalb von Baarn um und wohnt ab 1970 im “Rosa Spier Huis”, einem Altersheim für Künstler in Laren (Nordholland).

Andere Wirklichkeit

In seiner italienischen Zeit von 1924-1935 schafft Escher vor allem Drucke, die sich dicht an der Realität orientieren. Diese Werke entstehen aus Vorlagen, die er in der Landschaft zeichnet. Die Zeichnungen werden später an seinem Arbeitstisch zu Drucken ausgearbeitet. Hier verändert sich die Realität in Kunst, und es entsteht der Unterschied zwischen der Wirklichkeit und dem realistischen Kunstwerk. Jedes realistische Kunstwerk ist ein Blick des Künstlers auf einen Teil der Realität. Das Kunstwerk wird zu einer eigenen Realität, die nicht hundertprozentig mit der Wirklichkeit übereinstimmt.

In Eschers Werk nach 1935 ist die Übereinstimmung zwischen direkter Wahrnehmung und Kunstwerk scheinbar verloren gegangen. Die Konstruktionen, die Escher schafft, z.B. Belvédère, Zeichnende Hände oder der Wasserfall, können nur innerhalb der Kunst existieren, nicht aber in der Realität. Die Einzelheiten stimmen, und Escher kann die verschiedenen Details unbemerkt miteinander verbinden. Das Ergebnis ist eine unmögliche Realität.

Aus Bemerkungen von Escher geht hervor, dass seine Wahrnehmung der Natur in Italien – die wirkliche Wirklichkeit – und seine eigene Art, zu schauen, die er in seinem späteren Werk gebraucht, nicht so weit auseinander liegen, wie allgemein angenommen wird. Escher schreibt 1963:

“Das Element von Rätselhaftigkeit, auf das er (M.C.E) hinweisen will, muss mit einer normalen, für jeden erkennbaren, täglichen Selbstverständlichkeit umgeben und verschleiert werden. Die naturgetreue, für den oberflächlichen Betrachter glaubhafte Umgebung ist unentbehrlich, um den gewünschten Schock zustande zu bringen.”

Aus: “Das Unmögliche”, ein Vortrag vom 5.11.1963 (Die Magie von MCE, S. 113)

Bei dieser Sicht verwendet Escher Stilmittel, die er bereits in Italien untersuchte, z.B. die doppelte Perspektivlinie, die Flächenfüllung und die einfache Spiegelung. In seinen späteren Werken kommt die Metamorphose dazu, die man auch als eine Weiterführung der Flächenfüllung sehen kann. Es ist die Idee einer ewig dauernden Bewegung oder des ewigen Kreislaufs und der Ausdruck seiner Suche nach einer Darstellung der Unendlichkeit. So entsteht langsam die andere Welt des M.C. Escher, in der scheinbar unmögliche Dinge möglich geworden sind.

Berühmt

1951 schreibt die amerikanische Fachzeitschrift The Studio (Het Atelier) über das Werk Eschers. Danach folgen Time und Life, zwei international gelesene Zeitschriften. Das amerikanische Interesse hat hier seinen Anfang, und Escher muss viele neue Drucke vor allem von “Tag und Nacht” aus dem Jahr 1937 verfertigen. Er beklagt sich später, dass er mehr als 600 Exemplare abdrucken musste. 1961 schreibt E.H. Gombrich in The Saturday Evening Post über Eschers Arbeit.

Escher hat jetzt auch Ausstellungen im Stedelijk Museum in Amsterdam (im Rahmen einer internationalen Mathematikkonferenz), in Amerika, Großbritannien und schlussendlich wird Eschers erste Übersichtsausstellung 1968 aus Anlass seines 70. Geburtstags im Gemeentemuseum in Den Haag präsentiert. 1955 wird M.C. Escher mit dem Orden “Ridder in de Orde van Oranje Nassau” ausgezeichnet, in 1965 folgt der Kulturpreis der Stadt Hilversum, und 1967 empfängt er nochmal einen königlichen Orden.